Postcards from Nowhere

From where do we observe?

In everyday life, speed and immediacy tend to guide us along familiar paths. We move through routines whose sequence we know almost by heart: meetings, obligations, errands, notifications, purchases. We learn to anticipate what comes next, and this predictability offers a certain comfort. Experience organizes itself into recognizable patterns, allowing us to navigate the day with minimal effort and attention.

Von wo aus nehmen wir die Welt wahr?

Im Alltag bestimmen Geschwindigkeit und Unmittelbarkeit oft unseren Blick. Wir bewegen uns entlang vertrauter Wege, folgen Routinen, deren Abläufe wir beinahe auswendig kennen: Meetings, Verpflichtungen, Erledigungen, Benachrichtigungen, Einkäufe. Wir lernen vorauszusehen, was als Nächstes kommt – und genau diese Vorhersehbarkeit vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Erfahrungen ordnen sich zu bekannten Mustern, die es uns ermöglichen, den Tag mit möglichst wenig Anstrengung zu bewältigen, wobei wir unsere Aufmerksamkeit oft auf ein Minimum reduzieren.

But when we find ourselves in an unfamiliar place—especially within a natural environment—something shifts. Perception becomes more alert. The landscape resists being reduced to a backdrop and demands our full attention. The certainty of routine gives way to curiosity, disorientation, and discovery. We begin to notice details that would otherwise remain invisible: changes in light, textures, sounds, distances, traces of time.

Doch sobald wir uns an einem unbekannten Ort befinden – insbesondere in einer natürlichen Umgebung –, verändert sich etwas. Unsere Wahrnehmung wird wacher. Die Landschaft lässt sich nicht länger auf eine bloße Kulisse reduzieren, sondern fordert unsere volle Präsenz. Die Gewissheit der Routine weicht Neugier, Orientierungssuche und Entdeckungslust. Plötzlich nehmen wir Details wahr, die uns sonst entgehen würden: Veränderungen des Lichts, Oberflächen und Strukturen, Geräusche, Entfernungen oder Spuren der Zeit.

In these moments, perception is no longer determined solely by the position of our eyes or by the conventions through which we usually understand space. Instead, we become aware of our relationship to a larger system. Nature ceases to appear as something external, separate, or potentially threatening, and reveals itself as a network of which we are also a part. A productive tension emerges between the individual and the landscape that surrounds it.

In solchen Momenten wird unsere Wahrnehmung nicht mehr allein durch die Position unserer Augen oder durch die gewohnten Vorstellungen von Raum bestimmt. Stattdessen wird uns unsere Beziehung zu einem größeren Ganzen bewusst. Die Natur erscheint nicht länger als etwas Äußeres, Getrenntes oder gar Bedrohliches, sondern als ein lebendiges Gefüge, dessen Teil wir selbst sind. Zwischen uns als Individuum und der umgebenden Landschaft entsteht ein produktiver Dialog.

It is within this dialogue that we would like to work during Postcards from Nowhere. How do memory, emotion, and imagination shape what we see? How does a place become intertwined with personal experience? Through drawing, writing, and experimentation, we will explore the ways in which geography and subjectivity continuously influence one another.

Genau in diesem Spannungsfeld möchten wir in Postcards from Nowhere arbeiten. Wie prägen Erinnerung, Emotion und Vorstellungskraft das, was wir sehen und erleben? Wie verbindet sich ein Ort mit persönlicher Erfahrung? Durch Zeichnen, Schreiben und experimentelles Arbeiten erforschen wir, wie sich Geografie und subjektive Wahrnehmung gegenseitig beeinflussen und kontinuierlich neu formen.

Our point of departure will be the Erlau Valley, a landscape whose origins stretch back more than 200 million years, when the collision of the African and European tectonic plates helped shape the region. Forests, extinct volcanoes, rocky formations, and traces of deep geological time make this valley an ideal setting in which to reflect on our relationship to place, perception, and memory.

Ausgangspunkt ist das Tal Erlau – eine Landschaft, deren Entstehung mehr als 200 Millionen Jahre zurückreicht, als die Kollision der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten diese Region formte. Wälder, erloschene Vulkane, markante Felsformationen und die sichtbaren Spuren tiefer Erdgeschichte machen das Tal zu einem idealen Ort, um über unsere Beziehung zu Landschaft, Wahrnehmung und Erinnerung nachzudenken.

Over the course of these four days, we will draw, observe, and take notes both individually and collectively. Working with graphite, watercolor, and collage, we will gather impressions, details, discoveries, and small stories that emerge through our encounter with the landscape.

Während dieser vier Tage werden wir beobachten, zeichnen und Notizen sammeln – individuell ebenso wie gemeinsam. Mit Graphit, Aquarell und Collage halten wir Eindrücke, Details, Entdeckungen und kleine Geschichten fest, die aus der Begegnung mit der Landschaft entstehen.

We will explore the narrative possibilities of sequence, symbolism, and abstraction, approaching drawing not only as a tool for representation but also as a way of thinking, investigating and self-expression. By combining image and text, observation and imagination, we will create a fanzine that functions as a subjective map of the territory—a space where experience, landscape, and recollection intertwine, giving rise to new forms of storytelling.

Dabei erkunden wir die erzählerischen Möglichkeiten von Sequenz, Symbolik und Abstraktion. Zeichnen verstehen wir nicht nur als Mittel der Darstellung, sondern ebenso als Form des Denkens, Forschens und persönlichen Ausdrucks. Indem wir Bild und Text, Beobachtung und Imagination miteinander verbinden, entsteht ein Fanzine als subjektive Kartografie des Ortes – ein Raum, in dem Erfahrung, Landschaft und Erinnerung miteinander verwoben sind und neue Formen des Erzählens hervorbringen.

We’re very excited to welcome you to Postcards from Nowhere!

The workshop takes place from 27–30 August 2026 in Erlau (Fränkisch-Crumbach, Odenwald). We, Cristóbal and Johanna Schmal, will guide you through the course and accompany you throughout this creative journey.
If you would like to learn more about our practice and other workshops, visit Courses and Work or follow the link to Cristóbal’s website.

HERE you can find the full workshop description — at the bottom of the page, you’ll also find a downloadable PDF with many additional details and information.

To register, please send an email at hello@johannaschmal.com

Wir freuen uns riesig auf dich bei Postcards from Nowhere!

Der Workshop findet statt vom 27. – 30. August 2026 in Erlau (Fränkisch-Crumbach, Odenwald). Wir, Cristóbal und Johanna Schmal, leiten dich durch den Kurs. Wenn du mehr über unsere Arbeit und anderen Kurse wissen möchtest, schau bei Courses und Work vorbei oder folge dem Link zu Cristóbals Website!

HIER kommst du zur Kursbeschreibung – ganz unten gibt es dort noch ein PDF zum downloaden mit vielen weiteren Infos.

Anmelden kannst du dich per Mail an hello@johannaschmal.com

And last, but not least, some impressions of our courses in Erlau…
Und was natürlich nicht fehlen darf, einige Eindrücke unserer Kurse in Erlau…


Text: Cristóbal Schmal / Images and photos: Cristóbal & Johanna Schmal

Next
Next

Meet artist Hannah Waldron